
Bildung | Klima- & Naturschutz
2022
80,00 €
davon 7.962,00 € gefördert
Fördergegenstand ist die Schaffung einer halben Stelle für den Zeitraum von zwei Jahren zum Aufbau und zur Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Pinneberger Baumschulland.
Die Stelle wird öffentlich ausgeschrieben und ist beim Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland e.V. (gemeinnützig) angesiedelt. Die Stelle ist in Anlehnung an E 11 TVÖD dotiert. Es ist mit Kosten von 40.000 Euro pro Jahr auszugehen. Jährliche Kostensteigerungen in Höhe von etwa 2% sind berücksichtigt.
Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der AktivRegionen Pinneberger Marsch & Geest und Holsteiner Auenland. Die Verteilung der Kosten erfolgt gem. der Einwohner*innenzahlen.
Insgesamt umfasst der Kreis Pinneberg 122.399 Einwohner*innen, die zu einer AktivRegion gehören:
80,86% zur Pinneberger Marsch & Geest (98.976 Einwohner*innen),
19,14% zum Holsteiner Auenland (23.423 Einwohner*innen).
Ausgangslage
in Schleswig-Holstein konzentrieren sich die Baumschulen seit mehr als zwei Jahrhunderten im Pinneberger Raum. Die lockeren Geestböden, das gemäßigte Klima und die Nähe zu Hamburg haben zu einer Bündelung baumschulgärtnerischen Fachwissens geführt. Doch erst im Jahr 2013 hat Heiner Baumgarten die Bezeichnung „Pinneberger Baumschulland“ kreiert. Als Verantwortlicher der internationalen gartenschau hamburg (igs 2013) hatte er die Idee, dass sich die Kulturlandschaften, die Hamburg umgeben, selbst präsentieren sollten. Gemeinsam mit dem „Alten Land“, den „Vier- und Marschlanden“, der „Lüneburger Heide“ und der „Schleswig-holsteinischen Knicklandschaft“ ist auch das „Pinneberger Baumschulland“ angetreten, das Besondere dieser Kulturlandschaft zu zeigen.
Der Kreis Pinneberg gilt mit derzeit rund 300 Baumschulen und einer Baumschulfläche von ca. 3.500 ha als eines der größten geschlossenen Baumschulgebiete Europas und der Welt. Seine Geschichte und Entwicklung reichen über 250 Jahre zurück. In diesem Gebiet werden ca. 20 % des gesamtdeutschen Marktvolumens für Baumschulgehölze, 200 Mio. EUR, mit 2.500 Mitarbeiter*innen erwirtschaftet. Die Betriebe haben sich in Produktionsbetriebe oder Groß- und Einzelhandelsbaumschulen spezialisiert. Die Handelsbeziehungen bestehen traditionell weltweit. Das Produktionsspektrum umfasst alle wichtigen Gehölze vom großen Alleebaum bis zum kleinen Zierstrauch, von Forstgehölzen über Rosen bis hin zu Rhododendren u.v.m. Jede zweite Freilandrose und jeder dritte Waldbaum in Deutschland stammen aus dem Pinneberger Baumschulland. (Quelle: Internetseite Pinneberger Baumschulland, https://www.pinneberger-baumschulland.de/Kulturlandschaft/Kulturlandschaft+f%C3%B6rdern.html)
Entwicklungsziele
Ziel der Personalstelle ist die konzeptionelle Weiterentwicklung der Angebote im Pinneberger Baumschulland und die Entwicklung von neuen, zielgruppengerechten Angeboten sowie die Umsetzung der Konzepte und Angebote im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Pinneberger Baumschulland. Die vorhandenen Ressourcen sollen ausgebaut, bestehende Angebote überprüft und weiterentwickelt werden. Durch den externen und neuen Input sollen Chancen des Pinneberger Baumschullandes sowie die Weiterentwicklung und Ausrichtung auf Kreisebene ausgelotet werden.
Die Angebote sollen in erster Linie Kinder und Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen. Schwerpunkt ist die Arbeit mit Kindern im Kindergartenalter (3-6 Jahre) und im Grundschulalter (7-10 Jahre).
Ziel ist es, Angebote und Bildungsformen zu entwickeln, die sowohl mobil – zur Nutzung in den Kindergärten und Schulen der Gebietskulisse der AktivRegionen – zur Verfügung stehen als auch vor Ort, bei den Kooperationspartnern und dem Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland e.V. im Gartenbauzentrum S-H in Ellerhoop.
Je nach Bedarf und Nachfrage ist es auch denkbar, Angebote in Richtung weiterführender Schulen und Oberstufe zu schaffen. Die besonderen Anforderungen z.B. an Bodenverhältnisse und klimatische Bedingungen könnten im Rahmen der Unterrichtsinhalte von Chemie oder Erdkunde eingebunden werden.
Ziel ist es, pro Jahr etwa 10 Schulen und 10 Kindergärten zu erreichen.
Maßnahme
Geschaffen wird eine Personalstelle mit 20 Wochenarbeitsstunden, die beim Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland e.V. in Ellerhoop (AktivRegion Holsteiner Auenland) angesiedelt ist.
Kooperationspartner
– Landesverband S-H im Bund deutscher Baumschulen e.V., Ellerhoop (3.000 EUR)
– Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer S-H, Ellerhoop (400 EUR)
– Kordes Rosen, Klein Offenseth-Sparrieshoop
– Baumschule Hachmann, Barmstedt
– Deutsches Baumschulmuseum, Pinneberg (3.000 EUR)
– Hermann Cordes Baumschulen, Holm
– Elbmarschenhaus (ISU), Haseldorf
Es bestehen bereits Kontakte zu Schulen und Kindergärten, z. B. im Rahmen der Kreisumwelttage des Kreises Pinneberg. Diese Kontakte sollen in der Gebietskulisse beider Aktivregion aktiv ausgebaut werden.