
Maytoft 4
25917
Sprakebüll
Klima- & Naturschutz | Mobilität
27.02.2017
69.870,00 €
davon 35.036,00 € gefördert
Die Gemeinde Sprakebüll plant den Betrieb eines elektrisch und gemeinschaftlich betriebenen Dorfgemeinschaftsautos („Dörpsmobil“) nach Vorbild der Gemeinde Klixbüll, das von den Einwohnern der Gemeinde genutzt werden kann. Zum Betrieb dieses Elektrofahrzeuges und einer weiteren Ausbreitung der Elektromobilität wird im Rahmen des Projekts eine Lademöglichkeit errichtet: In einem Doppelcarport in der Nähe des Dorfgasthauses entsteht neben einem Triple Charger (1 x 22 kW AC, 1 x 50kW ChaDeMo, 1 x 50 kW CCS) auch eine Wallbox (1 x 22 kW). Damit können alle vorhandenen Steckertypen bedient und Fahrzeuge geladen werden. Neben der Ladeinfrastruktur wird die für den Betrieb des Autos notwendige Buchungssoftware, ein Schlüsselkasten und ein Hinweisschild auf die Ladestation und das „Dörpsmobil“ gefördert. Zielgruppe des Projekts sind die Einwohner der Gemeinde Sprakebüll, die derzeit kein Auto besitzen oder ein Fahrzeug als konventionelles Zweit- und/oder Drittfahrzeug vorhalten, das jedoch nur selten genutzt wird. Diese Zielgruppe kann zukünftig das gemeinschaftlich betriebene Dorfauto im Carsharingbetrieb benutzen, wodurch zugleich die Anzahl an Zweit-/Drittfahrzeugen reduziert werden könnte. Über eine in der Buchungssoftware inkludierte „Mitfahrerfunktion“ können sich auch Fahrgemeinschaften bilden – so können auch Mitbürger ohne Führerschein an dem Dorfauto partizipieren. Diese gemeinschaftliche Nutzung des E-Dorfautos erhöht zudem das Zusammengehörigkeitsgefühl der dörflichen Gemeinschaft. Eine Auslastung des Fahrzeugs wird dadurch gewährleistet, dass es sowohl für dienstliche Zwecke (Bürgermeister) und private Zwecke genutzt wird. Zudem verfügt die Gemeinde über eine Reihe privat betriebener Ferienwohnungen, die besonders im Zeitraum Frühjahr – Herbst ausgelastet sind. Auch für Touristen, die in Sprakebüll Urlaub machen, soll das Fahrzeug zur Verfügung stehen. Wie beschrieben gibt es zwei Ladeplätze in dem Doppelcarpot: Der Platz an der Wallbox ist für das „Dörpsmobil“ vorgesehen. Der andere Ladeplatz steht jedem Besitzer eines Elektrofahrzeuges zur Verfügung. Dieser öffentlich nutzbare Schnelllader soll auch von Durchreisenden benutzt werden, schließlich liegt Sprakebüll in unmittelbarer Nähe der B 199 und somit an der Achse Flensburg-Niebüll, die von vielen Reisenden zu den nordfriesischen Inseln genutzt wird. Und da das Doppelcarport direkt vor dem Dorfgasthaus stehen soll, kann man die Ladezeit ideal mit der Einkehr in den Gasthof verbinden. Hingewiesen sei auch auf die Zusammenarbeit mit einem regionalen Stromdirektvermarkter, der den für den Betrieb der Ladesäule notwendigen Strom aus dem gemeindeeigenen Bürgerwindpark und dem BHKW an der Biogasanlage abzweigt. Ein besseres Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien im ländlichen Raum bei gleichzeitiger, regionaler Wertschöpfung ist kaum vorstellbar.