
Barmstedt
Bildung | Digitalisierung | Gemeinschaft & Begegnung
2021, 2022, 2023
Im Rahmen des Projektes soll eine Vollzeitstelle geschaffen werden. Die Stelle wird für drei Jahre ausgeschrieben und ist beim Kreisjugendring Pinneberg e.V. angesiedelt.
Fachlich wird eine kompetente, pädagogisch ausgebildete Fachkraft im Bereich Medienpädagogik gesucht, die sich mit den aktuellen (und evtl. zukünftigen) Problematiken (DeepFakes, Botnetzwerke oder Gesichtserkennung) auskennt und mit den Jugendlichen „auf Augenhöhe“ kommunizieren kann und akzeptiert wird.
Zielgruppe/n
Bei dem Projekt handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der beiden AktivRegionen Pinneberger Marsch & Geest und Holsteiner Auenland. Die Aufteilung der Kosten erfolgt nach dem Einwohnerschlüssel. Die federführende AktivRegion ist das Holsteiner Auenland, da der Kreisjugendring Pinneberg e.V. seinen Sitz in Barmstedt und damit in der AktivRegion Holsteiner Auenland hat.
Ausgangslage
Angeregt durch den Austausch mit Jugendgruppenleiter*innen, mit Jugendlichen selbst und mit Fachleuten aus der Medienwelt beschäftigte sich der KJR 2019 intensiv mit der wichtigen, zusätzlichen Schwerpunktsetzung in der Kinder- und Jugendarbeit – der Medienpädagogik im Kontext von Demokratiebildung.
Die heutige Generation der sogenannten Digital Natives definiert sich aufgrund ihres selbstverständlichen Mediengebrauchs durch einen intensiven Medienumgang und ein ausgeprägteres Nutzungsverhalten: Medien werden von ihnen parallel gebraucht und nehmen im Alltag eine permanent begleitende Funktion und einen großen zeitlichen Rahmen ein. Medien sind in ihrer Komplexität und permanenter Veränderlichkeit Teil der Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung geworden. Dabei ist ein kritisch reflektierter Medienumgang als wichtige Kompetenz zur Einschätzung möglicher Risiken (politischer und religiöser Extremismus, FakeNews, Deepfakes, Sucht) unumgänglich und sollte den Jugendlichen anleitend vermittelt werden. Hinzu kommen bewusste und unbewusste Grenzverletzungen, die (jungen) Menschen bekannt sein müssen (Cybermobbing- und bullying, aber auch Kenntnisse von Cyber-Grooming, Sexting und der Zugang zu nicht jugendfreien Inhalten).
Entwicklungsziele
In den heutigen medialen Lebenswelten wird eine souveräne Mediennutzung immer relevanter. Gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen erfolgen weitestgehend über Medien, sodass für eine aktive Mitgestaltung dieser Prozesse ein kompetenter Medienumgang vonnöten ist. Die kritische Reflexion der Medieninhalte und ihrer Herkunft, die eigene öffentliche Artikulation durch Medien sowie das Wissen um die Macht- und Wirkungsstrukturen der Medienlandschaft sind grundlegende Fertigkeiten für eine Partizipation an gesellschaftlichen und medialen Prozessen, die unter dem Begriff der Medienkompetenz zusammengefasst werden kann. Es gilt demnach, Jugendliche in ihrer Lebenswelt wahrzunehmen und beim Ausbau ihrer Medienkompetenz zu unterstützen.
Andernfalls können negative Einstellungen und politische Haltungen unreflektiert in den Alltag übernommen werden und so in die Gruppen der Vereine und in die Schulen getragen werden. Letztendlich gefährdet mangelnde Medienkompetenz unsere Demokratie. Diese Phänomene finden schon lange im Privaten ihren Niederschlag, wurden aber durch die Corona Krise weiter verfestigt, da physische Treffen und entsprechender persönlicher Austausch fast nicht stattgefunden haben.
Wirkung der Maßnahme
Das Projekt fällt in das Kernthema Gemeinschaft bildet, im Handlungsfeld Bildung. Es wird ein neues Angebot zur Qualifikation von Kindern und Jugendlichen sowie Erzieher*innen, Gruppenleiter*innen und weiteren Personen der Jugendarbeit geschaffen. Durch die zwei Modellstandorte soll ein Netzwerk aufgebaut und ein beispielhaftes Vorgehen erprobt werden. Dabei sind Umfang und Wirkung des Projekts in beiden Modellregionen sehr unterschiedlich zu bewerten. Während in Barmstedt ein bestehendes, professionell organisiertes Netzwerk besteht und darauf aufgebaut werden kann, muss dieses in Klein Offenseth-Sparrieshoop im Rahmen der Konzeptumsetzung erst entwickelt werden. Das gilt in beiden Regionen für die Anzahl beteiligter Jugendlicher und entsprechender Wirkungsziele.